EDU-Parteitag: Im Zeichen der verfolgten Minderheiten im Irak

EDU-Parteitag:

Im Zeichen der verfolgten Minderheiten im Irak

Adrian Hartmann referiert über verfolgte Minderheiten
CSI-Referent Adrian Hartmann

Im Rahmen des Parteitags der EDU Bezirke Rheinfelden und Laufenburg am 15. April 2016 lud die EDU zu einem Vortrag über die religiösen Minderheiten im Irak ein. Neben dem eindrücklichen Bericht waren weitere Höhepunkte die Wiederwahl der Vorstände, sowie die Einstimmung auf die kommenden Aargauer Grossratswahlen mit Vorstellung der Kandidaten.

Gesamterneuerungswahl der Vorstände

Nachdem die beiden Bezirkspräsidenten Cornelia Strebel (Laufenburg) und Klaus Breidert (Rheinfelden) die Gäste begrüssten und der alljährliche statutarischer Teil vorbei war kam es zu den Gesamterneuerungswahlen der Vorstände der beiden EDU Bezirksparteien. Die bisherigen Vorstandsmittglieder wurden alle einstimmig wiedergewählt. Zusätzlich durfte mit Benjamin Bauder (26) Nachwuchs in den Vorstand der EDU Bezirk Rheinfelden gewählt werden.

Klaus Breidert und Cornelia Strebel
EDU-Bezirksparteipräsidenten v.l.n.r.: Klaus Breidert (Rheinfelden), Cornelia Strebel (Laufenburg)

Grossratswahlen 2016

Im Hinblick auf die Grossratswahlen stimmte EDU-Kantonalpräsident Roland Haldimann die Mitglieder ein. So strebt die EDU Aargau für die kommenden Wahlen drei bis vier Sitze an. Dieses machbare Ziel soll einerseits durch einen Ausbau der Wählerbasis, aber auch durch das Antreten in allen Bezirken erreicht werden. Dafür ist die EDU Aargau noch auf der Suche nach geeigneten Kandidierenden. Die Bezirke Laufenburg und Rheinfelden gelten dabei als Vorbild, welche ihre Liste schon mit sechs von sieben bzw. acht von zehn Kandidaten gefüllt haben.

Christen und Jesiden zwei Jahre nach der Vertreibung durch den Islamischen Staat

Nach einer kurzen Pause mit Kaffee und Kuchen waren die Mitglieder gespannt auf den lebensnahen Vortrag zur Menschenrechtssituation im Nahen Osten. Mit dem Menschenrechtler Adrian Hartmann von Christian Solidarity International (CSI) konnte die EDU einen kompetenten Referenten gewinnen, der die Situation im Irak bereits sechs Mal persönlich begutachtete.

In seinem Referat ging Hartmann besonders auf die Jesiden und Christen im Irak ein, jene Minderheiten, welche nicht nur von dem Islamischen Staat (IS) vertrieben wurden, sondern durch die Vertreibung auch ihre kulturelle Verankerung in der Region verloren haben. Mit eindrücklichen Bildern und persönlichen Lebensberichten zeigte Hartmann die prekäre Situation der Christen im Irak und auch im ganzen Nahen Osten auf.

So hat der IS die Häuser der Christen mit der abschätzigen Bezeichnung Nasrani für Christ und dem Vermerk „Eigentum des Islamischen Staats“ gekennzeichnet, so dass den Christen oftmals nur die Wahl zwischen Tod, Sklaverei oder Flucht übrig blieb. Auf der Flucht mussten die teilweise wohlhabenden Christen alles zurück lassen, so dass sie jetzt in Kurdistan (Nordirak) in Armut leben. Zwar geniessen sie dort religiöse Toleranz, doch da die meisten Christen entweder arabisch oder aramäisch, aber kein kurdisch sprechen finden sie kaum Arbeit, was ihre bereits dramatische Situation noch verschlechtert.

Doch die Christenverfolgung im Nahen Osten kam nicht erst mit dem IS. Bereits 1915 wurde im Osmanischen Reich ein Genozid an aramäischen, griechische und assyrische Christen verübt. Mit dem Semele-Massaker im Irak in den 1930er Jahren flohen die Christen nach Syrien während mit dem Ausbruch des Krieges in Syrien die Christen wieder zurück in den Irak flohen. Als der IS auch in den Irak einmarschierte, flohen die Christen endgültig aus dem Irak, so dass von den 2003 über eine Million Christen nur noch etwa 300’000 im Irak übrig blieben.

Es ist eine Tatsache, dass der Bundesrat 100 Jahre nach dem Massaker an Christen den Genozid immer noch nicht beim Namen nennt. So ist es nicht verwunderlich, dass die verfolgten Menschen im Nahen Osten von Kirche, Politik und der UNO enttäuscht sind. Westlichen Hilfsaktionen begegnen manche auch mit Verbitterung. So meinte ein verblüffter Jeside, dass sie Waffen bzw. Sicherheit besser brauchen könnten als Hilfsgüter.

So bleibt die Situation im Irak verzwickt. Und trotzdem ist es wichtig die Menschen vor Ort zu unterstützen. Am Ende des Referats ergänzte Cornelia Strebel den Referenten indem sie die Teilnehmer aufforderte die Terroristen nicht zu verfluchen, sondern sie stattdessen zu segnen, so dass sie zur Umkehr kommen.

Vorstellung der EDU Listen

Als krönender Abschluss stellten sich die bereits portierten EDU-GrossratskandidatInnen von Rheinfelden und Laufenburg vor. Während in Laufenburg vier Frauen und zwei Männer mittleren Alters kandidieren, präsentierte die EDU Rheinfelden mit zwei Frauen und sechs Männer eine vom Alter durchmischte Liste. Auch beruflich reicht die Auswahl von Handwerker über Geisteswissenschaftler, zu Sicherheitsbeamte.

Grossratskandidaten EDU Laufenburg
Grossratskandidaten EDU Laufenburg v.l.n.r.: Rainer Ackermann, Annemarie Ackermann, Cornelia Strebel, André Strebel, Silvana Vagnoni (Rahel Müller fehlt)
Grossratskandidaten EDU Rheinfelden
Grossratskandidaten EDU Rheinfelden v.l.n.r.: Matthias Teh, Hans Jörg Kunz, Judith Aeschlimann-Fize, Monika Hottinger, Klaus Breidert Nathanaël Rychen, Matthias Blattner, Benjamin Bauder

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